Home › Insights › „Direct Traffic“ im CRM ist selten wirklich direkt: Attribution im B2B verstehen
Jedes CRM hat ein Attributionssystem. Und damit einen blinden Fleck. Es ordnet zu, was es zuordnen kann. Der Rest landet als „Direct Traffic“, eine Kategorie, die weniger bedeutet, als der Name suggeriert.
Warum „Direct Traffic“ fast nie wirklich direkt ist
Direct Traffic heißt technisch nur: Das Tracking konnte keine Quelle erkennen. Das passiert bei App-Klicks ohne Referrer, bei Links aus WhatsApp oder Slack, bei jemandem, der sich an euren Firmennamen erinnert und ihn manuell in die Adresszeile tippt, nachdem er euch vorher auf LinkedIn gesehen hat. All das zählt im CRM als „direkt“, obwohl es das Ergebnis von Marketing-Arbeit ist, die vorher stattgefunden hat.
Wer Budgets ausschließlich nach den sauber zugeordneten Kanälen verschiebt, kürzt manchmal genau den Kanal, der diese Spalte „Direct Traffic“ überhaupt füllt.
Was ihr stattdessen messen solltet
Ein Datenpunkt ist nie der Ursprung. Er ist nur, was das System messen konnte.
Ergänzt euer CRM-Tracking um Signale, die es selbst nicht automatisch erfasst: Self-Reported Attribution direkt im Formular („Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?“), die Entwicklung des Brand-Search-Volumens bei Google, den zeitlichen Verlauf des Direct-Traffic-Anteils, und was in Sales-Calls tatsächlich als Erstkontakt genannt wird. Keines dieser Signale ist für sich perfekt, zusammen ergeben sie ein deutlich ehrlicheres Bild als die CRM-Zahl allein.
Wie ich das für Kunden aufsetze
In jedem Tracking-Review, das ich mache, gehört die Frage „Was steckt tatsächlich hinter unserem Direct Traffic?“ fest dazu. Oft zeigt sich dabei, dass ein Kanal, der auf dem Papier schlecht aussieht, in Wahrheit den größten Teil des vermeintlich „direkten“ Umsatzes vorbereitet. Genau dieses Thema, wie Attribution im B2B ehrlich funktioniert, gehe ich im Detail auch in meinem Whitepaper durch, gerade für Unternehmen, die noch am Anfang ihres Trackings stehen.
Häufige Fragen
Ist ein hoher Direct-Traffic-Anteil ein gutes Zeichen?
Nicht automatisch. Er kann Markenbekanntheit bedeuten, aber genauso gut nur ein Tracking-Loch sein, das echte Kanäle verdeckt.
Wie prüfe ich, ob ein Kanal hinter meinem Direct Traffic steckt?
Vergleicht den zeitlichen Verlauf des Direct-Traffic-Anteils mit Aktivitätsphasen einzelner Kanäle, etwa einer LinkedIn-Kampagne oder verstärktem organischen Content. Auffällige Parallelen sind ein starkes Indiz.
Reicht Self-Reported Attribution im Formular als Ersatz?
Nicht allein, aber als zusätzliches Signal ist sie wertvoll, besonders in Kombination mit den anderen Datenpunkten, weil Nutzer sich oft nur an den letzten auffälligen Kontakt erinnern.
Sollte ich Budget aus Kanälen mit schwacher CRM-Zuordnung abziehen?
Nicht ohne vorherige Prüfung. Genau dieser Reflex kürzt am häufigsten die Kanäle, die eigentlich die Nachfrage erzeugen, die später als Direct Traffic ankommt.
Verwandt: B2B Conversion Tracking: Die Basis.
Ein sauberes Attributionsbild ist Teil jedes Tracking-Reviews, den ich mit neuen Kunden mache. Mehr dazu in unserem kostenlosen Whitepaper zur B2B-Leadgenerierung, oder direkt im Analyse-Call besprechen.
B2B Performance Marketing Consultant (Google Ads, LinkedIn Ads, Meta Ads) für B2B-KMU und Startups im DACH-Raum, von Barcelona aus. LinkedIn-Profil