Zu viele Conversion-Aktionen: Warum Google Ads das Falsche lernt

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Der Algorithmus lernt. Nur nicht das Richtige. Google Ads Smart Bidding optimiert auf Conversions, das klingt logisch. Die entscheidende Frage ist nur: Was zählt in eurem Konto eigentlich als Conversion?

Das Muster: Alles zählt als Conversion

In den meisten Konten, die ich übernehme: alles. Seitenaufrufe, Newsletter-Anmeldungen, PDF-Downloads, Button-Klicks. Fünfzehn, zwanzig, manchmal fünfzig Conversion-Aktionen, alle aktiv, alle gleichwertig im Optimierungsziel. Der Algorithmus bekommt das Signal: mehr davon. Also liefert er mehr davon. Günstig, zuverlässig. Nur: Es sind keine Kunden.

Warum der Algorithmus nichts dafür kann

Wer dem Algorithmus kein klares Ziel gibt, bekommt ein beliebiges. Und zahlt trotzdem den vollen Preis.

Der Fehler liegt nicht im Algorithmus, der macht seinen Job. Der Fehler liegt im Setup. Micro-Conversions sind dabei nicht das Problem, ich nutze sie selbst in fast jedem Konto. Aber sie müssen kalkuliert eingesetzt werden: als sekundäre Signale, die dem System zusätzliches Lernmaterial geben, nicht als gleichwertige Optimierungsziele neben der echten Anfrage.

So räumt ihr auf

Drei Schritte. Erstens: definieren, welche eine Aktion tatsächlich Geld bedeutet, meist die qualifizierte Kontaktanfrage. Zweitens: nur diese als primäres Conversion-Ziel führen, alles andere auf sekundär stellen oder deaktivieren. Drittens: nach der Umstellung dem System zwei bis drei Wochen Lernzeit geben, bevor ihr die Performance bewertet. Das Aufräumen selbst dauert oft keine Stunde. Die Wirkung auf die Budgetverteilung ist meistens die größte einzelne Verbesserung, die in so einem Konto möglich ist.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Konto dieses Problem hat?

Öffnet in Google Ads die Übersicht der Conversion-Aktionen. Wenn dort mehr als eine Handvoll Aktionen aktiv als Optimierungsziel markiert sind und darunter Dinge wie Seitenaufrufe oder Button-Klicks, optimiert euer Budget sehr wahrscheinlich auf das Falsche.

Soll ich alte Conversion-Aktionen löschen oder nur deaktivieren?

Deaktivieren beziehungsweise auf sekundär stellen reicht. So bleiben historische Daten erhalten, ohne dass die Aktion weiter das Gebotsverhalten beeinflusst.

Bricht die Performance nach dem Aufräumen erst einmal ein?

Kurzfristig kann die gemeldete Conversion-Zahl sinken, weil ihr endlich nur noch echte Anfragen zählt. Das ist kein Einbruch, sondern der erste ehrliche Blick auf die tatsächliche Performance.

Was ist der Unterschied zu Micro-Conversions als Strategie?

Micro-Conversions sind als bewusst gesetzte sekundäre Lernsignale wertvoll, gerade bei wenig Conversion-Volumen. Das Problem entsteht, wenn sie unkontrolliert als primäre Ziele mitlaufen und der Algorithmus sie wie echte Anfragen behandelt.

Das Gegenstück zu diesem Problem, zu wenige Signale statt zu viele falsche, habe ich hier beschrieben: Warum Google Ads Smart Bidding im B2B oft nicht funktioniert. Oder im Analysegespräch direkt in euer Konto schauen.

Sebastian Iskra

B2B Performance Marketing Consultant (Google Ads, LinkedIn Ads, Meta Ads) für B2B-KMU und Startups im DACH-Raum, von Barcelona aus. LinkedIn-Profil

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